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Wer ist versichert?

Obligatorisch versichert sind alle in der Schweiz beschäftigten Arbeitnehmer
gegen Berufs- und Nichtberufsunfälle sowie Berufskrankheiten.
Die Versicherung endet am 30. Tag nach dem Tag, an dem der Anspruch
auf mindestens den halben Lohn erlischt.
Teilzeitbeschäftigte Arbeitnehmer, deren wöchentliche Arbeitszeit
bei einem Arbeitgeber weniger als 8 Stunden beträgt, sind nur gegen
Berufsunfälle versichert. Für diese Personen gelten Unfälle auf dem
Arbeitsweg als Berufsunfälle. Ihre Versicherung endet am letzten
Arbeitstag.

Wer zahlt die Prämien?

Die Prämien für die obligatorische Versicherung der Berufsunfälle und
Berufskrankheiten gehen zu Lasten des Arbeitgebers, während diejenigen
der obligatorischen Nichtberufsunfallversicherung zu Lasten der
Versicherten gehen.

Der Prämienanteil für Nichtberufsunfälle liegt bei 1,1 bis 2,7 % des
Bruttolohnes. Der Arbeitgeber zieht dem Arbeitnehmer dessen Anteil
vom Lohn ab und leitet ihn an die Versicherung weiter.

Wie sieht der Versicherungsschutz aus?

Der Versicherungsschutz erstreckt sich auf Berufsunfälle, Nichtberufsunfälle
und Berufskrankheiten. Als Berufskrankheiten gelten in erster
Linie die in der Liste der schädigenden Stoffe und der arbeitsbedingten
Erkrankungen ausdrücklich verzeichneten Krankheiten. Diese befindet
sich im Anhang 1 zur Verordnung über die obligatorische Unfallversicherung.
Sie finden sie auch im Internet unter www.admin.ch/ch/d/sr/832_202/app1.html.

Welche Sachleistungen erbringt die Unfallversicherung?

Die Unfallversicherung trägt die Kosten für:
›› ambulante und stationäre medizinische Behandlungen,
›› Arzneimittel, Untersuchungen, Hilfsmittel nach bundesrätlicher
Liste,
›› Krankenhaus- und Rehabilitationsaufenthalte,
›› Schadensersatz bei Gegenständen, die ein Körperteil oder eine
Körperfunktion ersetzen bzw. unterstützen (z.B. Hörgerät, Brille),
›› Hauspflege,
›› Transport, Rettung und Bestattung.

Es ist keine Kostenbeteiligung zu leisten.
Eingliederungsmaßnahmen werden von der Invalidenversicherung
(siehe Kapitel II.3.4 Vorsorge in der Schweiz) übernommen.
Welche Geldleistungen erbringt die Unfallversicherung?
Die Unfallversicherung gewährt:
›› Taggeld,
›› Invalidenrente,
›› Integritätsentschädigung,
›› Hilflosenentschädigung,
›› Hinterlassenenrenten.

Taggeld wird ab dem 3. Tag nach dem Unfalltag für jeden Kalendertag gezahlt.
Es beträgt bei voller Arbeitsunfähigkeit 80 % des versicherten Verdienstes.

Invalidenrente erhält, wer infolge eines Unfalls bleibend oder für längere Zeit
zu mindestens 10 % in seiner Erwerbsfähigkeit beeinträchtigt ist. Sie beträgt
bei Vollinvalidität 80 % des versicherten Verdienstes, bei Teilinvalidität wird
entsprechend gekürzt.

Integritätsentschädigung wird gewährt bei erheblicher Schädigung der körperlichen
und geistigen Integrität. Sie wird entsprechend der Schwere des Schadens
abgestuft und beträgt maximal 126.000 CHF.

Hilflosenentschädigung erhält, wer bei Verrichtungen des alltäglichen Lebens
oder zur persönlichen Überwachung dauerhaft auf die Hilfe Dritter angewiesen
ist.

Hinterlassenenrenten werden unter bestimmten Voraussetzungen an den Ehepartner
und die Kinder gezahlt.

Die Höhe von Taggeld und Invalidenrente richtet sich nach dem Grad
der Arbeits- bzw. Erwerbsunfähigkeit und der Höhe des versicherten
Verdienstes. Als versicherter Verdienst wird der Bruttolohn vor Eintritt
des Unfalls bis zu einem Jahreshöchstbetrag von 126.000 CHF
zugrunde gelegt. Besteht ein Anspruch auf eine Rente aus der AHV/IV
(siehe Kapitel II.3.4 Vorsorge in der Schweiz), wird die Rente aus der
Unfallversicherung gekürzt. Beide zusammen ergeben maximal 90 %
des versicherten Verdienstes.

Was ist bei einem Unfall zu beachten?

Der Unfall ist unverzüglich dem Arbeitgeber oder der Versicherung zu
melden.

An wen kann ich mich mit Fragen wenden?

Auskünfte erhalten Sie bei der Unfallversicherung Ihres Arbeitgebers
und bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA).
Wenn Sie in der Schweiz wohnen und hier Sachleistungen nach einem
Berufsunfall oder bei einer Berufskrankheit in Anspruch nehmen wollen,
ist ebenfalls die SUVA als zwischenstaatliche Verbindungsstelle
der richtige Ansprechpartner. Nach einem Nichtberufsunfall kommt bei
Versicherung in Österreich oder Deutschland die Krankenkasse für die
Kosten der Behandlung auf. In diesem Fall sollten Sie sich, falls Sie in
der Schweiz wohnen und sich hier behandeln lassen, mit Fragen an die
Gemeinsame Einrichtung KVG wenden.